zurückVeröffentlicht am 26. April 2017 von Brigitte Fritzel

Selbstwert

Selbstwert – den eigenen Wert erkennen

Heute möchte ich mit einer kleinen Übung anfangen.

Schau doch einfach mal, wo du deinen Selbstwert auf einer Skala zwischen 1 und 10 einstufen würdest. (1 = klein / 10 = groß)

Jetzt überlege dir, welchen Selbstwert du auf der Skala von 1 bis 10 gerne hättest.

Wenn du magst, kannst du dir die folgende Frage erstmal für dich selbst beantworten, bevor du weiterliest.

 

Was macht deiner Meinung nach einen guten Selbstwert aus bzw. was muss gegeben sein, damit du sagen kannst: „Ich habe einen guten Selbstwert“?

Oft ist unser Selbstwert von Selbstbestätigung, Anerkennung oder Liebe von außen abhängig. Wir messen unseren Selbstwert an materiellen Dingen, an unserem Verdienst oder dem Wohlstand, in dem wir leben. Manchmal hängt unser Selbstwert auch mit unserem äußeren Auftreten/Erscheinungsbild zusammen – unserer Kleidung, ob wir geschminkt sind oder unsere Frisur perfekt ist.

Unser Selbstwert ist meistes dann größer, wenn wir in einem bestimmten Bereich Erfahrungen, Kenntnisse oder Sicherheit durch sich wiederholende Tätigkeiten haben, denn dann sind wir uns unserer Fähigkeiten bewusst.

Was denkst du? Ist dein Selbstwert immer gleich groß? Wahrscheinlich nicht. Manchmal ist unser Selbstwert einfach von der Tagesverfassung abhängig, in der wir uns befinden – wie wir uns fühlen oder welches Gefühl wir zu einer bestimmten Sache haben.

 

Warum fühlen wir uns klein und wertlos, wenn jemand meint, uns vermitteln zu müssen, dass wir nicht gut genug wären?

Weil wir es zulassen. Ja, wir uns selbst in diesem Moment so sehen. Wir fühlen uns klein, unbedeutend und sind verletzt, weil wir in genau diesem Moment selbst an uns zweifeln und uns wertlos fühlen. Wir denken über uns selbst, dass wir nicht gut genug sind. Denn hätten wir einen gesunden Selbstwert, dann wäre es nicht wichtig, was andere über uns denken oder wie sie uns sehen.

Doch warum muss denn überhaupt jemand einer anderen Person das Gefühl geben, dass sie nichts wert sei oder zum Ausdruck bringen, dass sie nicht gut genug wäre? Meistens aus dem Grund, um sich selbst wertvoll zu fühlen, sich selbst groß zu machen. In Wirklichkeit hat genau diese Person einen geringen Selbstwert, denn sonst hätte sie es gar nicht nötig, andere klein zu machen.

 

Wodurch haben wir oft einen so geringen Selbstwert?

  • Durch unsere Prägungen und Erfahrungen
  • Unsere Glaubenssätze – sie hindern uns daran, erfolgreich zu werden. Dadurch haben wir auch kein Selbstwertgefühl und können uns selbst nicht wertschätzen.
  • Unsere Gedanken / unsere Einstellung
  • Wir sind uns unseres Wertes nicht bewusst.
  • Wir vergleichen uns mit anderen. Meistens bewundern wir das, was wir selbst gerne hätten oder wie wir selbst gerne wären.

Schauen wir uns jetzt mal an, wie du deinen Selbstwert steigern kannst.

Werde dir deiner Stärken bewusst und lebe sie auch ganz bewusst. Schaue, was an dir wertvoll ist. Was kannst du gut? Was schätzen andere an dir? Hierzu kannst du auch gerne Familienmitglieder und Freunde fragen, was sie an dir schätzen oder vielleicht sogar an dir bewundern.

Werde dir auch deiner Erfolgserlebnisse bewusst. Was hast du schon geschafft und alles erreicht? Was ist dir besonders gut gelungen? Denke hierbei auch an die kleinen Erfolgserlebnisse.

Fange an, zu deinen Schwächen zu stehen! Jeder Mensch hat Schwächen, keiner ist perfekt. Doch sind es überhaupt Schwächen oder sehen wir es nur als solche an?

Beispiel:

Du findest deine Haare schrecklich, sind kaum zu bändigen – andere beneiden dich dafür.

Du bewunderst vielleicht jemanden, der immer gut drauf ist, immer im Mittelpunkt steht, redegewandt ist …. Diese Person, die du bewunderst, denkt vielleicht, dass sie gerne so ruhig und ausgeglichen wäre wie du.

Hierzu habe ich eine schöne Geschichte.

„Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, welche an den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.

Eine der Schüsseln hatte einen kleinen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau, war die Schüssel mit dem kleinen Sprung jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich. Die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war. Sie kam sich nutzlos vor.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft. Ich tauge nichts!“

Die alte Frau lächelte und erwiderte: „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen.

Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“

Deshalb höre auf, dich mit anderen zu vergleichen. Jeder ist etwas Besonderes! Dadurch kannst du dich selbst besser akzeptieren und wertschätzen, so wie du bist.

Nimm Kritik offen und dankbar an. Leider ist bei uns Kritik immer mit etwas Negativem belastet. Durch Kritik können wir uns aber auch erweitern. Schaue sie dir neutral an. Wenn du in den Widerstand gehst, machst du dich wieder klein.

Werde dir bewusst, was du dir selbst wert bist. Was wir uns selbst wert sind, können wir zum Ausdruck bringen, indem wir uns belohnen, uns bewusst Zeit nehmen für uns selbst.

Wie könnte das aussehen?

  • schön essen gehen
  • ins Kino gehen
  • schwimmen / spazieren gehen
  • ein heißes Bad nehmen
  • sich etwas gönnen, was man schon lange tun oder haben wollte
  • …..

Wir sollten es uns selbst Wert sein und dann auch bewusst genießen!

 

Warum ist es wichtig, dass du dich selbst wertschätzt?

Was passiert, wenn du dir selbst eine schlechte Bewertung gibst, dich selbst verurteilst? Was passiert, wenn du denkst, dass du nichts wert bist?

Im Außen hast du dann genau diese Entsprechung. Du triffst auf Menschen oder hast Situationen, die dir das Gefühl vermitteln, dass du nicht gut genug bist. Deine Arbeit / Leistung wird nicht anerkannt, nicht wertgeschätzt. Du wirst nicht wertgeschätzt.

Deshalb ist es ganz wichtig, sich des eigenen Wertes bewusst zu werden, damit wir positive Entsprechungen in unserem Resonanzfeld aufbauen.

„Wenn du dich selbst wertschätzt, bekommst du auch Wertschätzung im Außen!“

 

Wie können wir unseren Selbstwert noch steigern?

  • Sich selbst loben und anerkennen, sich selbst Wertschätzung aussprechen: „Das habe ich jetzt gut gemacht.“ „Ich habe wunderschöne Augen.“ „Mein Talent ist es, ….“
  • Andere loben und wertschätzen – nicht nur bei kleinen Kindern. Stärke den Selbstwert bei anderen. Lobe doch mal deinen Chef oder gib ihm ein Kompliment (aber nur, wenn es ehrlich gemeint ist), sei aufmerksam deinen Mitmenschen gegenüber, lobe sie und gib ihnen Anerkennung. Ein ausgesprochenes Lob führt zu Lebendigkeit. Mit deiner Achtung und Anerkennung schaffst du in derselben Sekunde auch Anerkennung für dich selbst.
  • Was du gibst, bekommst du auch zurück! Wichtig: Wenn du wertgeschätzt wirst, Lob und Anerkennung bekommst, dann nimm es dankbar an. Wie oft höre ich dann: „Ach meinst du? Das ist doch gar nicht der Rede wert.“ Oder: „War doch nichts Großartiges, dafür musst du mir nicht danken.“ Was passiert durch diese Aussage? Die Person bringt damit zum Ausdruck, dass es nichts wert war, wofür sie Anerkennung bekommen hat. Mit dieser Aussage setzt sie wieder eine neue Ursache und erfährt als Wirkung, dass sie oder ihre Leistung beim nächsten Mal wieder nicht wertgeschätzt, nicht anerkannt wird.

Unser Selbstwert steigt auch, wenn wir bereit sind, zu wachsen. Dazu gehört auch, sich in einem bestimmten Bereich weiterzubilden. „Weiterbildung verändert dein Leben.“

Ebenso steigt unser Selbstwert, wenn wir aus unseren Situationen lernen. Denn hätten wir unsere Situationen nicht erlebt, hätten wir uns nicht weiterentwickelt.

Wenn wir uns über unseren eigenen Wert bewusst sind, dann steigt auch unser Selbstvertrauen und unsere Selbstachtung.

Folgende Übungen unterstützen dich:

  • Lobe dich selbst. Lobe dich für alles, was du gut gemacht hast, was dir gelingt.
  • Schreibe alles auf, was du wirklich an dir wertschätzt – aber formuliere ganz Sätze. Beispiel: „Ich schätze ganz besonders an mir, dass ich sehr gut koche.“ Oder: „Ich schätze an mir, dass ich immer sehr freundlich bin.“ Spreche dir selbst Wertschätzung aus.
  • Betrachte dir generell deine Stärken und versuche, diese zu leben. Meistens denken wir an das, was wir nicht gut gemacht haben, nicht gut können oder was wieder mal nicht geklappt hat. Manchmal sagen wir sogar zu uns selbst: „Man, war ich wieder blöd.“ Diesen Satz könnten wir zum Beispiel auch so formulieren: „Das war jetzt nicht ganz so gut, aber beim nächsten Mal wird es besser.
  • Schreibe alle deine Stärken und positiven Eigenschaften auf. Wenn negative aufkommen, diese mit der Polarität wandeln und als Affirmation aufschreiben. (Nicht nach negativen Eigenschaften suchen.)
    • Beispiel: „Ich kann mich nicht richtig ausdrücken.“ Die Polarität hierzu wäre dann: „Es fällt mir leicht, mich klar und deutlich auszudrücken.“ Diesen Satz schreibst du dir dann als Affirmation auf.
  • Schreibe dir auf, worauf du stolz bist. Sei einfach stolz auf alles, was du bisher erreicht hast. Denke etwas länger darüber nach. Spüre die Kraft, die in dir steckt. Spüre, wie schön es ist, auf sich selbst stolz zu sein. Ergänze die Liste so oft du magst.

Je größer unser Selbstwert unser Selbstbewusstsein ist, je mehr wir uns selbst wertschätzen, desto weniger brauchen wir die Anerkennung von außen.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Freude dabei, deinen Selbstwert aufzubauen. Aber denke daran, dass es auch ok ist, wenn wir mal etwas nicht so gut können, bestimmte Dinge nicht beherrschen oder wissen. Sei authentisch und stehe dazu. Wenn es dir wichtig genug ist, frage nach oder lerne es. Außerdem ist es auch menschlich, wenn wir mal verlegen sind und es sollte auch nicht dein Anspruch sein, perfekt sein zu wollen. Das hat noch niemand geschafft.

Beenden möchte ich diesen Blogbeitrag mit einem Zitat von Anthony Robbins.

„Was andere von dir denken, ist ihre Wahl. Was du von dir denkst, ist deine Wahl.“

In liebevoller Verbundenheit,

deine Brigitte

 

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